"Der Gekreuzigte (ohne den Gekreuzigten)" (P. Thomsen, 2004)

Ein aufstrebender Braunschweiger Nachwuchs-Künstler wies mit dem (hier dezent zensierten) "Gekreuzigten" den Weg zu einem neuen Stil, in dem erstmals Farben sparsame Verwendung finden.
Von besonderer Extravaganz ist hierbei die formvollendete Geschwungenheit des höchst sinnlosen Rahmens, in Verbindung mit der Rückschrittlichkeit eckiger Räder verschiedener Größe. Vollendet wird das Vehikel durch den Leuchtturm, dessen Existenz dem Betrachter eine Warnung vor den unaussprechlichen Untiefen des menschlichen Lebens und Strebens entgegen zu schreien scheint. Zudem unterstreicht er larmoyant das deutsche Streben nach mediterraner Lebensart und savoir-vivre, das durch den Gegensatz zwischen der kühl-rationalen Dinglichkeit des Turms und der wärmenden Jenseitigkeit des göttlichen Lichtscheins ausgedrückt wird.
Rechts geht eine alte Frau aus dem Bild, da sie wohl bemerkt hat, dass sie hier, in diesem vor Genie sprühenden Potpourri, vollkommen fehl am Platze ist.

(P. Thomsen, 2004)