"Beschissener Radfahrer in Blau" (H. Schröder, 2001)

Aufruhr in der entarteten Kunstszene: Erstmals rückt der kühne Lenker eines beschissenen Fahrrades in den Vordergrund, erstmals auf einem Gemälde dieser Stilrichtung liegt das Augenmerk nicht auf dem unfunktionalen Design des Gefährtes, sondern auf dem komplexen Charakter des Fahrers, wie er mit elfengleicher Eleganz den Spagat über die völlig beschissen angeordneten Pedale wagt; den bescheuert angebrachten Lenker fest im Griff, lenkt der offensichtlich 34jährige, erzkatholische Spanier aus Kasachstan die Geschicke des blau karierten Fahrrades und seiner selbst zielsicher in Richtung Zukunft (und ins nächste Gebüsch).
Möglicherweise handelt es sich auch um ein wenig schmeichlerisches Selbstbildnis des Künstlers, angefertigt in freihändiger Fahrt bei 67 km/h auf einem holprigen Gebirgspfad voller gefährdeter Wanderer.

(H. Schröder, 2003)