ahre Kunst", so sagte mal ein äußerst kluger Denker, "wahre Kunst ist ein beschissenes Fahrrad."

Nun ist man zweifellos auf Anhieb gewillt, diesem namenlosen Meister der geschliffen formulierten Weisheit beizupflichten. Denn wer immer versucht hat, auf Goethes "Werther" oder da Vincis "Mona Lisa" einen Ausritt ins Grüne zu unternehmen; wer immer den Mut aufbrachte, auf Michelangelos "David" oder der Cheops-Pyramide die Tour de France zu bestreiten; wer immer seiner Freundin großherzig angeboten hat, doch mit elegantem Schwung just hinter ihm auf dem Gepäckträger von Verdis "Rigoletto" oder Beethovens "Mondscheinsonate" Platz zu nehmen - der weiß genau, wie schlecht es um die drahteselesken Eigenschaften dieser meisterlichen Kunstwerke bestellt ist.

Ein von der breiten Öffentlichkeit zu Unrecht ignoriertes Problem, das es längst verdient hätte, diskutiert zu werden - gewiss. Dennoch wollen wir uns auf dieser Seite lieber der zweiten inneren Bedeutung obiger Weisheit widmen: Denn es sind nicht bloß die Großwerke menschlich kreativer Schöpfungskraft grotesk beschissene Fahrräder - es gilt auch der Umkehrschluss: beweist doch die Erschaffung eines vollends beschissenen Fahrrades, und wenn auch nur zeichnerisch, eine geradezu erhabene Kunstfertigkeit.

Was wiederum zu beweisen wäre - und mit dieser Website nun auch bewiesen werden soll.

Also stöbern Sie in den ständig wachsenden Galerien beschissener Fahrräder, beschissener Weihnachtsbilder (ab 2072) oder beschissener "Tiffy"-Zeichnungen; schauen Sie, staunen Sie, lernen Sie - womöglich gar etwas über sich selbst, über Ihr ureigenes Wesen in den Tiefen Ihres Seins.

Denn drei Dinge im Leben stehen unverrückbar fest wie die klemmenden Pedale eines fehlkonstruierten beschissenen Fahrrades. Erstens: Welches Fahrrad Sie als "beschissen" einstufen und welches nicht, das ist allein eine Frage Ihres subjektiven Empfindens. Zweitens: Auf sich selbst kann man unmöglich Rad fahren.
Woraus sich - drittens - ergibt: Nichts, aber auch gar nichts in diesem Kosmos ist als Fahrrad dermaßen beschissen wie man selbst.

Denken Sie mal darüber nach - es lohnt sich nicht.

In diesem Sinne: Viel Spaß und angenehme Selbstfindung auf dieser Website!

- Ihr Henner Schröder im Juli 2003